9999 ¦ Larentiinae 

Eupithecia icterata 
(De Villers, 1789)

Tafel XX (00:0a-z)

Vorbrodt & Müller-Rutz: Nr. xxx; Ebert 8: xxx; Hausmann 5: Nr. xxx; Karsholt & Razowski: Nr. xxx

Spannweite:

Karte
Phänologie Falter: 1 Gen./Jahr. Die Puppe überwintert nur 1x.
Höhenverbreitung: - 1900 m

Variabilität: zwei Haupterscheinungsformen:
1. vorwiegend graue, mit kräftiger Zeichnung (trockene Habitate).
2. zeichnungsarm mit ziegelrotem Mittelfeld (normale bis feuchte Habitate).
- Spannweite 23-24 mm.
- sehr variabele Flügel- und Abdominalzeichnung - kräftiger schwarzer m.o.w runder Diskalfleck - kleiner Diskalfleck des Hinterflügels - helle, schwarz gesäumte gezackte Wellenlinien - Körper kontrastreich, Kopf dunkelgrau, Stirn heller. Halskragen schwarz, Schultern weissgrau, Rücken bräunlich. Der 1. und 2. Hinterleibsring ohne schwarzen Sattelfleck. Hinterleib ist braun, helle Rückenbestäubung. Bei männlichen Tieren sind 8. Hinterleibsring und Valven weissgrau.

Ähnliche Arten CH: Eupithecia millefoliata: VFl.: schwarzer Diskalfleck kleiner - Eupithecia spadiceata: schwarzer Diskalfleck des HFl. kräftiger - Eupithecia succenturiata: -

Habitat: Habitate mit warm und geschützt stehenden Beständen von von Achillea millefolium an Strassen- und Feldrändern, an Waldsäumen, Gebüschrändern, Säumen von Hecken, auf Geröllhalden, auf Halbtrockenrasen, an Bahndämmen und im Siedlungsgebiet auf Schutthalden und Brachen. Besonders bevorzugte Lebensräume sind Formationen von locker stehenden Gebüschen gemischt mit freien Stellen, Hoch- und Niederstaudenkrautflur mit trockenem bis mässig feuchtem, überwiegend aber warmen Kleinklima.

Nachweis: LF im Juli, Raupensuche nachts im September-Oktober.


Biologie: Falter dämmerungs- und nachtaktiv, fliegt gern ans Licht. Eiablage unter die obersten Schafgarbeblätter. Raupe nachtaktiv, bevorzugt an Achillea millefolium. Die Raupen leben meistens von den Blättern ihrer Futterpflanze. Sie verbergen sich zumeist am Tage gut zwischen den unteren Teilen ihrer Nahrungspflanze, verlassen diese also nicht. Raupen im vorletzten und letzten Larvalstadium verhalten sich völlig anders: Sie verlassen mit der Morgendämmerung ihre Futterpflanze und begeben sich in die trockene Schicht von abgefallenen Blattern am Boden. Abends suchen sie ihre Futterpflanze wieder auf. Dort fressen sie die oberen Blätter und Blüten. Wenn sie ausgewachsen sind, nehmen sie nur noch die trockenen Samen. Frisches oder feuchtes Futter im letzten Larvalstadium wirkt auf die meisten Tiere tödlich. Verpuppung im Boden in einem recht stabilen Kokon.
Die Zucht ist nicht ganz einfach. Copula und Eiablagen sind allerdings sehr leicht zu erzielen. Während die Raupen in den ersten beiden Stadien praktisch ohne Verluste selbst in geschlossenen Behältern aufgezogen werden können, treten ab Mitte des dritten Larvalstadiums plötzlich hohe Verluste auf. Ohne erkennbaren Grund fressen viele Raupen nicht mehr und schrumpfen. Die Ursache liegt einerseits darin, dass die Raupen im letzten Larvalstadium überwiegend wasserarme Samen und Blüten bevorzugen, andererseits aber auch im Verhalten der Tiere. Man muss ihnen während der Zucht die Möglichkeit schaffen, sich von der Futterpflanze zu entfernen, um sich am Tage in deren Nähe, in trockenen Resten auf dem Boden zu verbergen (WEIGT, 2002).


(Vorbrodt:) VORBRODT, K. & MÜLLER-RUTZ, J. (1914):
1072. subfulvata Hw. — Sp. III, T 71 — Dietze, Eupith. T 73. Ist eigene Art. Die typische Form besitzt die Mitte der Vfl rostrot gefärbt. Sie findet sich in weitem Umkreise verbreitet; Flugzeit von Juni bis August. Der Falter geht in den Alpen bis über 1600 m (Splügen, Honegg. und Zermatt, Püng.). U. N. M. J. W. S. G.
a) oxydata Tr. — Dietze, Eupith. T 73. Die Vfl sind gleichmässig braun verdunkelt. Unter der Art. J. 0. W. S. G.
b) intermedia Dietze — Dietze, Eupith, T 73. Nebenform von Zermatt (Püng.).
c) ligusticata Donz. — Dietze, Eupith. T 73. Der Name gilt den meist grösseren, mehr grauen, alpinen Stücken. Simpeln (Dietze). Alle diese Formen fand Püngeler nicht selten bei Zermatt, wo er am 29. VI. 1908 auch einen Zwitter fing.
d) excelsa Dietze — Dietze, Eupith. T 73. Nebenform. Düster, fast ohne Braun. Simplon (Püng.), Hörnli 5. VII. 1912 (Wehrli, Püng. det.).
Die Raupe — Dietze, Eupith. T 29. 30 — lebt von August bis Oktober an den Blüten von Achillea und Tanacetum. E. Sp. II, 77 — Frio. III, 64 - Favre 308 — Roug. 247 — Iris XXI, 177.

Nahrungspflanzen: Schafgarbe (Achillea ) A. millefolium :Lepiforum BH
Schafgarbe (Achillea ) A. tomentosa :Ebert-9
Schafgarbe (Achillea ) A. filipendula :Ebert-9
Beifuss (Artemisia ) A. vulgaris :Ebert-9
Silberdistel (Carlina acaulis) :Ebert-9
Besenginster (Cytisus scoparius) :Eigenfund Ziegler
Rainfarn (Tanacetum vulgare) :Ebert-9

(Populationsökologie)

Gesamtverbreitung: ganz Europa bis Ural, Kleinasien, Kaukasus, N-Iran

Verbreitung in der Schweiz: ganze Schweiz


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Falter: zwei Haupterscheinungsformen:
1. vorwiegend graue, mit kräftiger Zeichnung (trockene Habitate).
2. zeichnungsarm mit ziegelrotem Mittelfeld (normale bis feuchte Habitate).
- Spannweite 23-24 mm.
- sehr variabele Flügel- und Abdominalzeichnung - kräftiger schwarzer m.o.w runder Diskalfleck - kleiner Diskalfleck des Hinterflügels - helle, schwarz gesäumte gezackte Wellenlinien - Körper kontrastreich, Kopf dunkelgrau, Stirn heller. Halskragen schwarz, Schultern weissgrau, Rücken bräunlich. Der 1. und 2. Hinterleibsring ohne schwarzen Sattelfleck. Hinterleib ist braun, helle Rückenbestäubung. Bei männlichen Tieren sind 8. Hinterleibsring und Valven weissgrau.

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Funde:
Bogno (Cne di Valcolla) TI, 1100 m - m
Erschmatt VS, Hohe Brücke 890 m - m
Ftan GR, 1640 m - m
Gola di Lago (Cne di Capriasca) TI, 960 m - m
Gola di Lago (Cne di Capriasca) TI, Zalto 970 m - m
Chur GR, Kälberweide 640 m - m
Haldenstein GR, Calanda, Ruine Lichtenstein 770 m - m
Leuk VS, Rotafen 870 m - 950 m
Mund VS, Eingang Gredetschtal 1500 m - m
Mund VS, Salwald 1600 m - m
Ramosch GR, Inn-Aue 1090 m - m
Saas Almagell VS, 1860 m - m
San Bernardino GR, 1740 m - m
Simplon Dorf VS, m - m
Stalden VS, Milibach 950 m - m
Törbel VS, Brunnen 1760 m - m
Törbel VS, Höhenweg Stalden-Kalpetran 950 m - m
Treggia (Cne di Capriasca) TI, 755 m - m
Zinal VS, 1845 m - m


Gefährdung: Nicht gefährdet



Literatur:
- Ebert, G. (Hrsg.) (2001): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 9: Nachtfalter VII (Geometridae) - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 194
- Koch, M. (1976): Wir bestimmen Schmetterlinge - Verlag Neumann-Neudamm, Melsungen. Band IV 2. Aufl. 172, Nr.245
- Mironov Vladimir (2003): The Geometrid Moths of Europe - Volume 4. Apollo Books 317, Nr. 142
- Schmid, J. (2007): Kritische Liste der Schmetterlinge Graubündens und ihrer geographischen Verbreitung. Grossschmetterlinge 'Macrolepidoptera'. Eigenverlag, Ilanz. 94pp 52
- SwissLepTeam (2010): Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Schweiz: Eine kommentierte, systematisch-faunistische Liste. — Fauna Helvetica 25. Neuchâtel (CSCF & SEG) Nr.8538
- Vorbrodt, K. & Müller-Rutz, J. (1913-1914): Die Schmetterlinge der Schweiz. Band 2 (inkl. 2. Nachtrag) - Druck und Verlag K.J.Wyss, Bern 119, Nr. 1072 (als Tephroclystia subfulvata)
- Weigt, Hans-Joachim (2002): Die Blütenspanner Mitteleuropas, 3 CD's, Eigenverlag CD3 Nr. 55


Textautor: Heiner Ziegler
Datum: 25.07.2024